Geschichte von ITIL

Aus IT Process Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

esta página en españolthis Page in EnglishGeschichte von ITIL


 

Die IT Infrastructure Library ITIL® [1] wurde Ende der Achtziger Jahre von der Central Computing and Telecommunications Agency (CCTA) entwickelt, einer Regierungsbehörde in Großbritannien. Grund für den Auftrag an die CCTA war die mangelhafte Qualität der von der britischen Regierung eingekauften IT-Dienstleistungen, so dass ein Weg gefunden werden sollte, diese nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig die Kosten zu senken.

 

Ziel von ITIL

Das Ziel bei der Entwicklung der IT Infrastructure Library bestand darin, zweckmäßige und wirtschaftliche Verfahrensweisen für die Erbringung von IT-Dienstleistungen zu entwickeln; diese Empfehlungen ('Best Practices') sind heute in ITIL® dokumentiert.

 

IT-Service-Management Best-Practices

Kernstück dieser Verfahren ist es, IT-Services zielgerichteter und kundenorientierter zu gestalten, indem die Verantwortlichkeiten innerhalb der IT-Prozesse eindeutig festgelegt und effektive, auf den Kunden ausgerichtete Abläufe eingeführt werden. In diesem Zuge soll der in den IT-Organisationen historisch eher auf technischen Themen liegende Fokus vermehrt auf die Servicequalität ausgerichtet werden.

Die so entstandenen Empfehlungen sind sehr allgemein gültig - die Anforderungen der im Zuge der ITIL-Erstellung untersuchten Unternehmen und Organisationen glichen sich, unabhängig von ihrer Größe oder Branche. Eine entsprechende Reihe von Büchern wurde seit 1989 vom Office of Government Commerce (OGC), einer Stabstelle der Regierung von Großbritannien, herausgegeben. Seit 2013 ist ITIL ein eingetragenes Warenzeichen von Axelos Limited.

 

Anerkennung von ITIL als De-Facto-Standard

In den vergangenen Jahren wurde ITIL zum weltweiten De-Facto-Standard für IT-Service-Management (ITSM). Unter IT-Verantwortlichen bildete sich zunehmend ein Bewusstsein und eine gemeinsame Terminologie für ITSM heraus - eine unverzichtbare Voraussetzung auch in Situationen, in denen der Betrieb von IT-Infrastruktur ausgelagert werden soll: Über ITIL können die in solchen Fällen notwendigen Kunden-Lieferanten-Beziehungen definiert werden.

Die Ideen hinter ITIL haben seither auch in eine Vielzahl anderer Frameworks und Standards für IT-Service-Management Eingang gefunden, wie zum Beispiel

  • ISO 20000 bzw. BS 15000: Information Technology - Service Management
  • HP ITSM Reference Model (Hewlett Packard)
  • IT Process Model (IBM)
  • Microsoft Operations Framework

 

Der ITIL-Service-Lifecycle

2007 wurde eine komplett überarbeitete und verbesserte Version von ITIL veröffentlicht, bekannt als "ITIL-Version 3" bzw. ITIL V3.

ITIL V3 spiegelt die Erfahrungen wider, die mit den vorhergehenden Versionen gewonnen wurden und legt gleichzeitig einen Schwerpunkt darauf, gezielt das Kerngeschäft von Unternehmen zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass durch die gestrafften Abläufe in der IT-Organisation langfristig Wettbewerbsvorteile für das gesamte Unternehmen erzielt werden können.

Im Vergleich zu ITIL V2 – das auf insgesamt neun Büchern fußte – ist ITIL V3 deutlich fokussierter. Es besteht aus fünf Core-Publikationen, die gemeinsam den "ITIL-Service-Lifecycle" - den Service-Lebenszyklus - abbilden:

Zugunsten des Service-Lebenszyklus wurde die Strukturierung der Serviceerbringung in die zuvor zwei ITIL-V2-Hauptdisziplinen "Service Support" und "Service Delivery" durch eine neue Struktur abgelöst, die klar an den fünf Phasen im Lebenszyklus von IT-Services ausgerichtet ist:

Diese folgt dem (z.B. aus dem Qualitätsmanagement bekannten) Deming-Kreislauf, der mit den Phasen "Plan-Do-Check-Act" auf die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen abzielt.

In ITIL V3 werden die bereits aus ITIL V2 bekannten Prozessabläufe um zahlreiche neue Prozesse ergänzt; diese Neuerungen in ITIL zeichnen sich besonders dadurch aus, für eine stärkere Kundenorientierung bei der Erbringung der IT-Services sorgen: Ziel ist es, eine messbare positive Wertschöpfung für den Kunden zu erwirken und somit einen bedeutenden Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen. Die ITIL zugrunde liegenden Prinzipien werden jedoch durch diesen neuen Ansatz nicht in Frage gestellt und sind fast unverändert geblieben.

 

ITIL 2011 Upgrade

Vier Jahre nach der Einführung von ITIL V3 sind die Empfehlungen aktualisiert worden, um Rückmeldungen von Anwendern und Trainern zu berücksichtigen: Die derzeit aktuelle ITIL 2011 Edition.

Wie die offiziellen FAQs zum ITIL 2011 Update erläutern, ist ITIL 2011 "ein Update, jedoch keine neue Version". Es wurden keine vollständig neuen Konzepte hinzugefügt, sondern die Absicht war, "Fehler zu beseitigen und Inkonsistenzen in Texten und Diagrammen über alle Bücher hinweg zu bereinigen". Im Hinblick auf ITIL-Examen gilt, dass keine Re-Qualifizierungen erforderlich sind, jedoch werden Schulungsunterlagen und Examen an die neuesten Empfehlungen angepasst.

Es gibt auch eine neue Namenskonvention. Da "ITIL V3 (2011 Edition)" etwas sperrig anmutet und ITIL V2 kaum noch relevant ist, wird die neueste Version als "ITIL 2011" oder einfach nur "ITIL" bezeichnet, während auf die erste Ausgabe von ITIL V3 mit "ITIL 2007" verwiesen wird.

Wir haben dieses Wiki parallel zur Anpassung der ITIL-Prozesslandkarte an ITIL 2011 aktualisiert und alle wichtigen Einzelheiten zur aktuellen ITIL-Version für Sie auf einer Seite zusammengestellt.

 

Links und weitere Informationen

[1] ITIL® ist eine eingetragene Marke von AXELOS Limited.

[2] Der Gründungsvater von ITIL John S. Stewart erinnert sich in seinem Blog an die Anfänge von ITIL:
John S Stewart. "How ITIL started". -- Blog IBPI (The International Best Practice Institute) www.ibpi.org, 11. Februar 2013, abgerufen am 27. Februar 2013.

Von:  Andrea Kempter , IT Process Maps.